Das Projekt im Überblick

Bei der Suche nach einem neuen Standort für das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt (SVSA) ist der Kanton in Münchenbuchsee fündig geworden. Die Buechlimatt, in einer Gewerbezone am Ortstrand gelegen, liegt nahe an der Autobahn, so dass der Grossteil des Verkehrs das Dorf umfahren wird. Das neue SVSA soll seinen Betrieb 2027 aufnehmen.

Aufgrund des schlechten baulichen Zustands des Verkehrsprüfzentrums am Schermenweg 9 in Bern hat der Kanton bereits 2013 begonnen, Möglichkeiten für eine Verlegung des SVSA abzuklären.
Das kantonseigene und ursprünglich favorisierte Grundstück beim Prüfzentrum Schwerverkehr in Ostermundigen erwies sich als zu klein, um die Bedürfnisse des SVSA zu erfüllen. Deshalb wurde in einem breiten Evaluationsprozess im Raum Bern nach einem neuen Standort gesucht. Die Kriterien: Verfügbarkeit, Grösse, Autobahnanschluss und eine gute Erschliessung des Areals. Die Wahl fiel schliesslich auf die Buechlimatt in Münchenbuchsee.

Blick auf die Buechlimatt (rot eingezeichnetes Grundstück). Hier soll der Neubau des Berner Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamtes (SVSA) entstehen.

Die Buechlimatt – ein idealer Standort

Das Grundstück am Ortsrand von Münchenbuchsee weist zahlreiche Pluspunkte auf: Es liegt in einer Gewerbezone mit relativ wenig Anwohnenden. Aufgrund seiner Nähe zum Autobahnanschluss wird die Hauptzufahrt zum neuen SVSA abseits der Siedlungsgebiete verlaufen. Das Areal ist mit rund 21'000 m² gross genug, kompakt bebaubar und seit langem eingezont. Die beiden Parzellen der Buechlimatt befinden sich im Besitz der Burgergemeinde bzw. der Einwohnergemeinde Münchenbuchsee. Der Kanton Bern hat sich auf dem Areal im Dezember 2017 ein Baurecht von 80 Jahren gesichert. Er bezahlt den beiden Grundstückseignern einen Baurechtszins von insgesamt rund CHF 200'000 pro Jahr.

Film: Drohnenflug über die «Buechlimatt».

Drohnenflug über die Buechlimatt. Hier soll ab 2023 das neue Berner SVSA gebaut werden.

Wie wird das SVSA aussehen?

Wie die Bebauung der Buechlimatt mit den Gebäuden des SVSA genau aussieht, wird erst der Architekturwettbewerb zeigen. Fest steht, dass der Zonenplan eine Gebäudehöhe von max. 12 Metern (ohne allfällige technische Aufbauten wie z.B. Antennen) zulässt. Sicher ist auch, dass die Bebauung unter anderem zwingend die folgenden Elemente umfassen wird: Prüfhallen (PKW und LKW), Bürotrakt, Parkplätze, Warteräume, eine Einstellhalle für Kunden und Mitarbeitende sowie Grünflächen.

Zufahrten hauptsächlich via Autobahn

An einem durchschnittlichen Werktag werden rund 850 Fahrzeuge zum SVSA und wieder weg fahren – Mitarbeitende inklusive. Dies ergibt ungefähr 1810 zusätzliche Fahrten pro Arbeitstag. Verkehrsanalysen haben gezeigt, dass rund 90% der Kundinnen und Kunden nicht durchs Dorf, sondern von der Autobahnausfahrt her direkt zum SVSA fahren werden. Dies bedeutet, dass das SVSA an einem durchschnittlichen Arbeitstag rund drei zusätzliche Fahrten pro Minute via Autobahn und alle vier Minuten eine zusätzliche Fahrt durch das Dorf verursachen wird. Ein Teil des Verkehrs wird zudem entgegen der Pendlerströme fliessen: Am Morgen nach Münchenbuchsee, am späten Nachmittag zur Autobahn.

Verkehrsanalysen zeigen, dass rund 90% der Kunden nicht durchs Dorf, sondern via Autobahn direkt zum SVSA fahren werden.

Kanton Bern erarbeitet Verkehrskonzept

Dem Kanton ist es ein grosses Anliegen, den zusätzlichen Verkehr mit entsprechenden Massnahmen abzufedern. Denkbar sind beispielsweise Lichtsignale oder der Ausbau bestehender Kreuzungen und Zufahrtsstrassen – zum Beispiel im Bereich der Autobahnausfahrt, des Kreisels Büren-/Bielstrasse oder bei der Zufahrt zur Buechlimatt. Ein entsprechendes Verkehrskonzept, welches auch die Planungen im Rahmen des Projekts Verkehrsmanagement Bern Nord berücksichtigt, ist gegenwärtig in Arbeit.

Wie geht es weiter?

Am 23. September 2018 wird die Bevölkerung von Münchenbuchsee über den Baurechtsvertrag mit dem Kanton Bern abstimmen. Die Burgergemeinde hat das Geschäft bereits gutgeheissen. Stimmen die Stimmbürgerinnen und -bürger ebenfalls zu, wird sich der Grosse Rat voraussichtlich Anfang 2019 mit dem Geschäft befassen und über Baurechtsvertrag und Wettbewerbskredit befinden. Anschliessend folgen Architekturwettbewerb, Planung und Realisierung des neuen SVSA. Die Inbetriebnahme ist gemäss heutiger Planung für 2027 vorgesehen.